Sicherheit

Seit gestern ist sie wieder in aller Munde, die so oft bemühte Sicherheit. Immer dann, wenn etwas passiert, was außerhalb unserer eigenen Kontrolle geschieht, fühlen wir uns nicht mehr sicher. Es ist dabei so ziemlich egal was das genau ist. Gestern war es eben diese Geiselnahme in Köln.

Heute wird gefragt, ob denn unsere Bahnhöfe sicher seien. Ich kriege bei solchen Fragen immer Stirnfalten und eine zuckende Augenbraue. Natürlich sind sie nicht sicher. Die Architekten haben vielleicht alles getan, um das Unfallrisiko zu minimieren, aber gegen die Tat eines Menschen ist es schwierig alles abzusichern.

Deswegen ist es nirgends „sicher“. Wenn die Regierung und ihre Minister etwas von: „Wir müssen den Menschen Sicherheit garantieren und bieten“, dann würde ich sie gerne auf diesen Anspruch verklagen. Diese Garantie besteht allerdings nicht aus tatsächlicher physischer Sicherheit, sondern mündet meistens in irgendwelchen Überwachungssystemen. Der Grund ist einfach: Sicherheit kann nicht garantiert werden.

Sicherheit ist ein Gefühl, dass wir selber in einer uns angenehmen Umgebung fühlen. Zu Hause bei der Familie zum Beispiel. Auf einem Spielplatz mit spielenden Kindern. Aber selbst da haben Eltern mit Helikopter-Syndrom schon so ihre Schwierigkeiten. Ich persönlich betrete z.B. kein Fußballstadion. Das ist einfach nur eine Art der Risikominimierung für mich persönlich. Nicht aus Angst vor Anschlägen, sondern wegen der latenten Gewaltbereitschaft gewisser Fangruppierungen. Ich muss mich dem nicht aussetzen.

Aber jetzt wird man sicher wieder über Videoüberwachung, Eingangskontrollen, Gesichtserkennung usw… diskutieren. Selbst wenn man uns alle in vorbeugende Sicherheitsverwahrung nehmen würde, mit der nächsten Naturkatastrophe wäre diese Sicherheit wieder dahin. Wie viel Sicherheit jemand empfinden muss und welchen Risiken er sich aussetzt, entscheidet letztlich jeder selber.

Zum Begriff der Sicherheit lohnt sich ein Blick zur Bundeszentrale für politische Bildung.