Detox

Detox ist für mich ein Modebegriff, der zu verschiedenen Themen eingesetzt wird. Einmal ist damit die körperliche Engiftung gemeint, bei der es z.B. um Alkoholverzicht geht, oder eine besondere Art der Ernährung. Aber auch der Begriff „Digital-Detox“ meint eine Art Entgiftung, auch wenn es eigentlich um Verschlankung, Veränderung von Verhalten und Nutzung hinsichtlich digitaler Inhalte oder Programme geht.

Ich mache das auch immer wieder gerne. Wenn einen der Beruf und auch die privaten Interessen mit digitalen Dingen verbinden, fällt es oftmals nicht auf, wie verheddert man bereits ist in Apps, Diensten, Abos oder auch nur bestimmten Routinen, die sich angesammelt haben. Allerdings ist das kein Detox in dem Sinne, dass ich mir selber eine Auszeit vom Internet verschreibe. Das wäre in meinen Augen auch Unsinn. Die Welt funktioniert so nicht mehr.

Was ich mache, ist meinen Umgang mit bestimmten Dingen zu betrachten, zu bewerten und dann entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Zum Beispiel habe ich alle Abos für Apps auf dem Smartphone gekündigt, bis auf exakt zwei, die ich wirklich regelmäßig einsetze.

Ich gehöre dummerweise zu denjenigen Nutzern, die erstmal alles ausprobieren müssen, schnell begeistert sind und dann enttäuscht die App löschen, den Dienst nicht mehr benutzen. Manchmal stellen sich die konkreten Nachteile bestimmter Anwendungen auch erst wesentlich später heraus. Selbst ich, der ich mich beruflich viel mit Datenmigration und Anpassbarkeit auseinandersetze, falle immer wieder auf Versprechen der Hersteller herein. Das ist wohl eine Art private Resistenz bei mir.

Deswegen mache ich einmal im Jahr (bei Bedarf auch öfter) eine Bestandsaufnahme. Über die letzten 4 Jahre habe ich gemerkt, dass es immer weniger wird. Das war auch mein erhoffter Effekt. In diesem Jahr möchte ich aber einen Schritt weitergehen.

Bisher habe ich meine Daten (Kalender, Erinnerungen, Adressbuch, Bilder, Anwendungsdaten) über die Cloud mit meinen Geräten synchronisiert. Das möchte ich nun nicht mehr. Im Grunde brauche ich die Daten nur und ausschließlich auf dem Smartphone. Und dort sollen die Daten nun auch bleiben. Es handelt sich hierbei ja um meine privaten Daten, beruflich sieht das anders aus und wird so oder so durch das Unternehmen vorgegeben.

Geblieben sind aktuell als Anwendungen auf dem Smartphone Scanbot Pro und Evernote Premium. Damit scanne ich alle Unterlagen die mit der Post hier hereinflattern. In Evernote lege ich sie ab. Ich möchte keine Papierordner mehr. Ja, Evernote ist böse. Aber praktisch. Ich mache hier bewusst die Augen zu. Ich arbeite aber auch an einer Veränderung diesbezüglich.

Nachtrag: Dass das hier jetzt am Jahresanfang kommt, ist reiner Zufall und keine Geschichte von Vorsätzen oder so.

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